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Momentan grassiert wieder einmal ein Kletterverbot-Virus. Zweimal in Deutschland und einmal in Frankreich, wobei die vielfältigsten Gründe anzutreffen sind. Hier ein kleiner Ausschnitt. 

1. Kletterverbot Donautal: Da die befristete Allgemeinverfügung der Probephase am 31.12.2007 auslief, greift derzeit das generelle Kletterverbot in Baden-Württemberg auch am Schaufelsen. Die als "Musterlösung" für Klettern und Naturschutz dargestellte Regelung für den Schaufelsen wird nach 3 Jahren nicht weiterverfolgt, da nun plötzlich eine neue Dohlenkolonie die ganze Diskussion neu entfachte.

2. Kletterverbot Barmstein "Invalideneck": Das Klettergebiet im Berchtesgadener Land wird rückgebaut. Die Rücksichtslosigkeit der Kletterer hat den Grundeigentümer zur Schließung veranlasst. „Wir haben alles versucht. Aber es gibt einfach zu viele schwarze Schafe, denen Rücksichtnahme ein Fremdwort ist“. Vor allem lärmende Kletterer waren verantwortlich. Mehrmals schleppten sie Aggregate zu den Felsen, um das Klettergelände für nächtliche Sportaktionen auszuleuchten.

Gleichzeitig war für die musikalische Beschallung der sportlichen Aktionen gesorgt. Häufiger kam es in den letzten Jahren zu Parkproblemen rund um das Kletter- und Wandergebiet. Nicht nur einmal war die Hofzufahrt blockiert und diente das angrenzende landwirtschaftlich genutzte Feld als Parkfläche.

3. Kletterverbot Prèsles (Vercors): Hier kann man sich Aktiv für das Klettergebiet einsetzen. Warum: Seit Herbst 2006 besteht ein Konflikt zwischen den Kletteren und einer Minderheit von Grundbesitzern über den Zugang zu den Felsen. Nicht nur der einfache Zugang zu den Felsen sondern auch die Teilung der Natur wird hier in Frage gestellt.

Nachdem ein paar Grundbesitzer das Klettern verhindern wollen, wollen sie jetzt auch der Höhlenforschung schaden. Die Gesamtheit der Aktivitäten im Freien wird auf diese Weise demnächst bedroht.

Alle Kletterer, Wanderer, Höhlenforscher und Naturfreunde sind dazu aufgerufen, die Online-Petition zu unterschreiben und ihren Protest auszudrücken. Nach den Angaben der lokalen Organisation Vercors Territoire du Nord-Ouest (VTNO) geht es nicht allein um den Zugang zu den Routen am Fels von Prèsles, sondern auch um den generellen Zugang zur Natur. Von den drei Landbesitzern, die sich gegen die öffentliche Nutzung ihres Landes sperren, wohnt offenbar auch nur einer vor Ort.

Nach den Angaben der VTNO nutzt dieser den Konflikt unter anderem, um sich dafür zu rächen, dass er von der Gemeinde Prèsles eine Baugenehmigung nicht erhalten hatte.